Das "Buch"

Von der Geburt bis zur Jugendreife
Das kürzeste Kapitel


 
Geboren bin ich am 4. März 1956 als Fünfwochen-Sonntagskind, 
5 Wochen, weil meine Eltern gerade 5 Wochen vorher geheiratet hatten und ein Sonntagskind war ich einige Zeiten meines Lebens wahrlich nicht, aber dazu später mehr. Ich schwebte gut umsorgt und versorgt erinnerungslos durch die ersten Jahre meines Lebens. Die Erinnerung setzt am Himmelsfahrtstag 1961 ein. Mein Opa auch Bernhard mit Vorname war plötzlich verschwunden. Mit meiner Tante Irmgard begann für mich die Suche mit dem Auto den Hagel hoch. Als wir zurück waren hieß es wir haben ihn gefunden er ist verstorben. Erst Jahre später erfuhr ich das er Selbstmord auf dem Mehlboden begangen hatte und noch viele Jahre später, gerade heute vor einigen Jahren erfuhr ich dann warum, er hatte wie man heute sagt psychische Probleme speziell Ängste unter anderem vor Krebs. Damals hatten wir noch einen gut laufenden landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinen, Kühen und Ackerbau, die Gastronomie war damals noch nicht die Haupteinnahme-Quelle, was sich aber in den nächsten 12 Jahren ändern sollte  
Seit ich denken kann wurde ich gehänselt, zuerst weil ich sehr langsam sprach, naaahhh Beerrhaard, und später dann wegen meiner angeborenen Trichterbrust, eine Verformung der Rippen die nach innen wuchsen, die später dann operativ entfernt wurde. Nur unser Nachbarsohn Kurt Mainers, 10 Jahre älter nahm sich meiner an, wahrscheinlich weil ich ihm ewig nachlief. Highlights meiner Kindheit waren die Besuche im Weserstadion wo mein Vater und seine Freunde mich einschmuggelten, es gab zu der Zeit nur lange Holzbänke im Weserstadion. Dort sah ich berühmte Fußballer wie Uwe Seeler, Max Lorenz und andere Fußballer auf der Tribüne. 
Früh machten meine Schwester Birgit und ich den Freischwimmer, da durften wir mit 6 Jahren schon allein mit dem Zug nach Oldenburg fahren. Für meine Schwester war ich immer zu brav und artig, „Daas düürfeen wiir niicht Birgit“ war ein viel gebrauchter Satz von mir zu dieser Zeit.
Was auch nicht verwunderlich war denn einmal alleine wagte ich einen Baum zu erklettern, wenn Feuerwehrmann Günter Riggelsen, der im Feuerwehrhaus wohnte, mich nicht gehört hätte säße ich heute noch im Baum, wie Birgit heute noch behauptet. Nach diesem Erlebnis war natürlich keine Mutprobe oder anderer Blödsinn mit mir zu machen. 
Mittlerweile waren zwei weitere Geschwister geboren, Ralf und Britta, die den Genuss der späten Geburt voll ausnutzen und erleben durften. 
Mittlerweile in die Schule gekommen, ging es mit der Hänselei natürlich weiter, sollte ich mal kontern saß es Fußtritte oder andere Züchtigungen. Aber auch außerhalb der Schule passierten einige Dinge sollte ich mal den Ansatz einer Frechheit wagen. So warf der einbeinig aus dem Krieg gekommene Otto Kumm mal seinen Krückstock nach mir, zum Glück traf er nicht war aber so vergrellt, das ich knapp vor seinem Moped fliehen konnte.
Ziemlich frühzeitig bekamen wir in Großenkneten ein Dorfgemeinschaftshaus mit einem Tischtennis und Spielkeller. Auch hier wagte ich zur Überraschung der Anderen mal einen kessen Spruch gegenüber dem Hausmeister, der gleich meine Eltern aufsuchte die aber, wie ich glaube, dachten „endlich mal“ dies aber natürlich gegenüber dem Hausmeister nicht zeigen durften. Sodas es hier keine Strafe gab. Aber auch bei anderen Delikten waren meine Eltern sehr human und sehr verständlich. Ich kann mich nur an eine Tracht Prügel erinnern, wobei ich noch den Vorteil gegenüber meiner Schwester hatte, die damals bundesweit moderne Lederhose, so waren die Schläge bei mir doch ziemlich gedämmt und wir anschließend alle lachen mussten. Aber auch was das soziale Umfeld, den Ausdruck gab es mit Sicherheit damals noch nicht, angeht waren wir damals sehr verwöhnt. Wir mussten nicht, wie andere Alterskollegen, auf dem Hof arbeiten, wir hatten immer satt zu essen und oft sogar schon damals a la carte, aber immer Fleisch, was so damals noch nicht üblich war. Durch die Familienfeiern, die damals in unserer Gastronomie statt fanden und die Tatsache auch noch einen Bauernhof zu haben, ging es uns immer gut.

Auch in den Urlaub fuhren wir schon, nur die Familie eines Klassenkameraden fuhr damals auch in den Urlaub als einzige in unserem Jahrgang. So kannten wir schon in jungen Jahren die Alpen die Nord- und die Ostsee, auch im Harz waren wir.
1967 starb mein 2. Opa, schwerkrank musste er den Kampf gegen den Krebs aufgeben. Die Beerdigung fand auf dem Hof statt, ich sehe heute noch die voll besetzte Diele wo die  Menschen auf Stühlen aus Großenkneten saßen die wir tagsüber nach Sage brachten. Die Fußballweltmeisterschaft 1966 ist das erste telegene Großereigniss welches ich heute noch im Kopf habe, dies Ereignis hat mich dermaßen gefässelt das ich heute noch die Mannschaftsaufstellungen der Deutschen runterbeten kann, aber auch andere Spieler aus anderen Mannschaften sind mir heute noch geläufig. Der Sport war für mich wie ein Lebenselixier, nicht nur im Fernsehen wo die Vierschanzen-Tournee und auch die Olympischen Spiele ein Muss für mich waren, sondern trieb ich selbst auch sehr viel Sport. Angefangen  mit Turnen und Ringen, ging es dann schon frühzeitig zum Fußball, auch Badminton und Faustball habe ich gespielt. Alles begann mit dem Turnen. Fußball gab es damals nur für die A-Jugendlichen und Herren, so turnten wir bei Dieter Menkens dazu gehörte auch das Laufen, mein erster Start war bei einem Waldlauf in Ostrittrum. Mein Eindruck ist heute noch das ich nicht nur zu langsam war sondern meine Ausdauer reichte auch nicht. So kam ich abgeschlagen als letzter ins Ziel, meinem Nach Läufer Fidi Oltmann konnte ich nur noch zurufen das er nicht zu schnell anlaufen sollte, aber er war von anderem Kaliber und hielt gut durch. Ich brach dann zusammen und konnte nicht mehr, wofür sich meine anwesenden Eltern wohl schämten, kein Wunder bei den eigenen Erfolgen. Der Schulsport war natürlich auch mein Ding hier kam dann noch Volleyball, als Faustballer war man hier klar im Vorteil, Handball und die Leichtathletik dazu. Mittel- und Langstrecken waren für mich fortan ein Tabu im Wettkampfsport nur zum Joggen lief ich noch und das ab meinem 20. Lebensjahr bis heute. Bin aber nie über eine Strecke von 5 km hinaus gekommen obwohl ich teilweise bis zu 7mal in der Woche lief. Dieses joggen hatte schon für mich in den 70’er und 80’er Jahren die gleichen positiven Effekte wie heute, obwohl ich oftmals überzogen habe ging es mir spätestens unter der dem Lauf folgenden Dusche sehr gut. Der zweite und letzte Auftritt meiner Eltern bei sportlichen Wettkämpfen an dem Ihr ältester Sohn teilnahm war dann einige Jahre später bei der Döhler Sportwoche als ich gerade mit einem Mädchen anbendelte, sie gingen grußlos an mir vorbei. Obwohl wir uns dann doch noch unterhielten gingen sie ohne ein Faustballspiel von mir gesehen zu haben. 
 

 Ein tolles Erlebnis hatten wir bei einem Schulvolleyball-Turnier. Wir (ich) hatten unseren Lehrer Hans Kröger, überredet uns in Ganderkesee anzumelden. Seinen Einwand, wir wüssten ja gar nicht was das ist, konnte ich mit den Worten, ist doch wie Faustball, wir dürfen nur nicht den Ball auf den Boden lassen und das Netz ist auch nicht höher als die Leine, widersprechen. Das mit dem Netz stimmte nicht aber wir waren alles lange oder sprungbegabte Jungen. Wir durften 3 Wochen fast jeden Nachmittag alleine in der Halle trainieren, Herr Kröger kam nur um uns zu kontrollieren, was er damit begründete uns ja doch noch etwas zeigen zu können, was natürlich stimmte. Der Tag des Turnieres kam und wir verloren den ersten Satz fast zu null, den zweiten konnten wir dann schon wenn auch ganz knapp, heute würde man sagen im Tiebreak, für uns entscheiden. Im dritten ging es dann hoch her und wir verloren wieder im Tiebreak nämlich nur ganz knapp. Nun war es vorbei mit dem Verlieren alle anderen Mannschaften konnten wir ohne Satzverlust schlagen. Da das Turnier in der Form, jeder gegen jeden, ausgetragen wurde, kam es leider nicht mehr zum Endspiel mit unserem ersten Gegner der auch alles gewonnen hatte und nur gegen uns einen Satz verloren hatten, Auch zu einem abschließendem Freundschaftsspiel ließen sie sich nicht überzeugen, wer weiß warum. Die Rückfahrt erlebten wir im Kofferraum des Ford Capri unseres Lehrers, sitzend mit den Beinen nach draußen, eine Situation die mir später von jüngeren Schulkollegen nie geglaubt wurde, da sich das Verhalten des Lehrers aufgrund des Fehlverhaltens der nach uns folgenden Schüler grundlegend geändert hatte 

 

Von der Geburt bis zur Jugendreife, Teil zwei.
Das Kapitel dauert doch wohl länger.


Es war wohl die schönste und erfolgreichste Zeit in meinem Sportler-Leben. Es gab Sonntage an denen spielte ich früh morgens Fußball, dann die Punktspiele im Badminton und am Nachmittag dann noch im Faustball die Final- und Endspiele. Obwohl ich nie die Klasse meines damaligen Vorbildes, Kurt Meines, erreichte, konnte ich aber in der Vielzahl meiner Sportarten zu ihm aufschließen  vielleicht auch ihn überholen. Diese Sonntage waren eher die Ausnahme da wir im Faustball und Badminton selten im Landkreis Oldenburg unterwegs waren und hier auf Bezirks. und Landesebene spielten. 

In Emden wurde ich dann mit meiner damaligen Spiel-Partnerin, Karin Grüner, Bezirksmeister, der erste der nicht aus der Stadt Oldenburg kam. Auf der Rückfahrt, wieder im Capri unseres Lehrers, Hans Kröger, der auch unser Badminton-Trainer war, durften wir dann nicht im Kofferraum sitzen, die Fahrt war dann doch zu lange.

Im gleichen Jahr wurden wir auch Niedersachsen-Meister im Faustball und im Fußball B-Liga Kreismeister. In der A-Jugend durfte ich als B-Jugendlicher mitspielen weil sie einen kleinen Kader hatten und oft zu wenig Spieler waren, meistens im Tor, weil Udo unzuverlässig war, aber auch oftmals als Feld-Spieler. Dazu gehörte aber auch das der Schiedsrichter mit spielte, entweder kannten wir ihn oder unser Nachbar Friedel Wintermann sprang ein weil kein Schiedsrichter angereist war. Dann klappte es sowieso.    

Bei der im nächsten Jahr folgenden Ehrung der besten Sportler des Landkreises, da waren wir zu der Zeit Stammgäste, im Saal meines Elternhauses, wurde ich dann 3 mal auf die Bühne gerufen. Gemeinsam mit meinen Mannschafts-Kollegen nahmen wir die Ehrungen entgegen. Für den Landes-Meistertitel gab es die silberne Ehrennadel. Für die beiden anderen Sportarten gab es schöne Präsente. 
Das ging ja gut los in meinem Leben, erst die Hänseleien und dann die fehlende Anerkennung, das wurde mir später zum Verhängnis, damals habe ich es überspielt, sie mussten ja arbeiten und ich war stolz und froh. 

In`s Arbeitsleben stieg ich mit 13 Jahren ein, ich über nahm beim "Vorne Aufpassen" die Nachmittagsschicht, teilweise. Das hieß, ich bediente die Gäste am Nachmittag mit Getränken, Vorne hieß Gastraum und aufpassen das die Gäste nicht zu lange warten mussten.  Ich durfte arbeiten, ja ich hab es immer gerne gemacht, es war Verantwortung die ich tragen durfte, nur selten musste ich arbeiten, das war dann wenn auf dem Sportplatz, hinterm Haus, Fußball gespielt wurde oder ich etwas anderes vorhatte.
Damals begab es sich, das 3 Landwirte am Tresen saßen und sich Korn und Bier gönnten, weil es draußen stark regnete. Es waren, nennen wir sie Paul, Otto und Heinz die mich teilweise am Gespräch teil haben ließen. Ich aber redete Paul mit Heinz an und Heinz mit Otto usw. Sie ließen es sich nicht anmerken und erzählten es meinem Vater beim "Schichtwechsel". Die Strafe nützte meinem Namensgedächtnis gar nichts, ich habe immer noch ein schlechtes Namensgedächtnis. Kann aber seit Jahrzehnten damit gut leben, es gibt immer Umwege. 
Zu dieser Zeit entwickelte sich mein Körper ziemlich schnell. War ich gerade noch einer der Kleineren gewesen schoss ich jetzt auf 1,92 Meter bei 75 Kilogramm. man musste mir schon von vorne entgegentreten, denn seitlich wurde ich kaum war genommen. Der berühmte Strich in der Landschaft. Auch mein Sprechen änderte sich. Hatte ich vor kurzem noch langsam gesprochen und gestottert, konnte ich jetzt flott und frei reden und mich gut ausdrücken. Das machte sich auch direkt im Klassenverband bemerkbar. Sofort wurde ich Klassensprecher und kurze Zeit später auch Schulsprecher. Die Spötter und Nerver, wo waren sie plötzlich, ich habe sie tatsächlich abgeschüttelt.

Von der Geburt bis zur Jugendreife. Teil 3

Immer noch kein Jugendlicher

1970 war das Jahr mit sehr einschneidenden Erlebnissen, speziell im April. Anfang April fuhr sich unser Nachbarsjunge, mein Freund und Sportliches Vorbild Kurt Meiners, auf der nächtlichen Rückreise aus Cloppenburg tot.  Das Dorf war still und in Trauer um ihn, der gerade mal 21 Jahre alt geworden war. Auch mich traf es fürchterlich, wir hatten ja nicht nur Samstags die Sportschau zusammen geguckt, er hat mir auch sehr viel im sportlichen und normalen Leben beigebracht. ich trauerte Monate, ja sogar Jahre um ihn.
Dann Mitte April die Operation meiner Trichterbrust, die ich ja von Geburt an hatte, fast wäre sie auf Grund des Todesfalles verschoben worden. Die Rippen waren nach innen gewachsen und drohten mich zu ersticken oder das Herz zum Stillstand zu bringen. So sagte man damals, in den 70´ger Jahren. Als ich 35 Jahre später auf Grund eines Sturzes meinen Brustkorb röntgen lassen musste, begrüßte mich der Arzt nach dem Röntgen auf dem Flur seiner leeren Praxis lachend mit Worten: "Was ist das denn für ein Müllhaufen in deinem Brustkorb?" Er wusste sofort das ich eine Trichterbrust-Operation gehabt hatte, weil er Anfang der 70´er in Dresden von meinem Operateur Prof.-Dr. Rehbein genau darin unterrichtet worden war. Bei der Operation war mir der Brustkorb vom Bauchnabel bis zum Halsansatz aufgeschnitten worden, die Rippen die Rippen zersägt worden und das Ganze dann anhand von stützenden Streben stabil gemacht und wieder zugenäht. Dann musste ich 4 Wochen stramm liegen mit allen Konsequenzen wie Bettpfanne, künstliche Ernährung durch zwei Schläuche die jeweils auf jeder Seite in meinen Körper liefen und täglich, um 12.00 und 24 Uhr, eine Trombrose-Spritze, kein Wunder das ich später eine Spritzen-Allergie hatte, bei 28 Einstichen auf jedem Oberschenkel. Natürlich hielt ich das lange Liegen nicht aus und so stand ich das erste Mal nach 10 Tagen nachts auf um einfach nur aus dem Fenster zu gucken, zum Glück wurde ich nie erwischt. Als ich das Ganze dann mal tagsüber machen wollte wurde ich natürlich prompt erwischt und musste mir eine Litanei von Fällen anhören die hätten passieren können, natürlich hatten Arzt und Krankenschwester recht, hab halt Glück gehabt, wie 2-3 Monate später noch mal. Nach 2 Monaten wurde ich entlassen, und jetzt, ich durfte für 1 Jahr keinen Sport treiben. Das ging ja nun gar nicht. Das Ergebnis, ich fuhr fast täglich nach Döhlen, dorthin hatte ich schon damals einen guten Draht, zum Faustball und Fußball spielen. Wie schon gesagt, wieder Glück gehabt wie so oft auch später noch in meinem Leben. Zurück in die Arztpraxis in den 90´ger Jahren. Der Schüler Rehbeins klärte mich nach besagten Satz auf und zeigte mir das Röntgenbild. Darauf waren Schrauben, Nägel und andere Kleinteile zu sehen, die nach der Entfernung der stützenden Spangen ein Jahr nach der Operation im Körper verblieben waren, weil sie nicht gesundheitsgefährdend waren.  Noch heute darf ich bei jeder Bloßlegung meines diese Geschichte erzählen, und das obwohl die Narbe fast verschwunden ist. Auch in den 90´ern, erzählte meine Mutter mir, das die Operation, die meines Wissens nach 8 Stunden dauerte, gefilmt wurde und lange an der Universität Heidelberg als Lehrfilm gezeigt wurde. Ich habe lange überlegt ob ich mir diesen Film einmal ansehen möchte, hab aber dann davon abgesehen meinen aufgeschnittenen, gemeißelten und blutenden Körper stundenlang ansehen zu wollen. 
Am Tag meiner Operation ereignete sich noch ein tragischer Fall, auch mit tödlichem Ausgang. Mein Klassenkamerad Herwig Kröger, hoch intelligent aber nicht unbedingt der Frauentyp, brachte unsere Klassenkameradin Dorit Asche, bildhübsch, um. Nach einigen heimlichen Liebesbriefen die sie nur mit Häme und auslachen zur Kenntnis nahm, traf er den folgeschweren Entschluss, sie zu töten. Er lauerte sie in einem dunklen, stillen Bereich des Weißdornweges auf und erstach sie mit mehreren Stichen. Sie konnte noch bis zur Hauptstraße zurück krabbeln, wo sie dann auch gefunden wurde und kurze Zeit später verstarb. Der Täter wurde am folgenden Tag überführt. Natürlich mit sehr viel Aufregung im Dorf, nun trauerte man um zwei junge Menschen die viel zu früh und keine zwei Wochen auseinander, verstorben waren. In den folgenden Tagen fand man heraus das er sich im Ortsteil Hollen, wo er auch wohnte, einen Überlebensbunker gebaut hatte, Dieser war für einen längeren Zeitraum errichtet, nicht nur mit Bett und Sitzgelegenheit sondern auch Lebensmittel und Gewehre. Diese hatte er sich auf Beutezügen im Dorf  durch Einbrüche besorgt, beim Lebensmittelhändler und im Schießstand. Da steckte dann doch wohl  sehr viel kriminelle Energie in ihm.
Und was passierte mit mir? Ich lag ja im Krankenhaus und kein Besucher durfte mir von dem Mord berichten, wegen eines eventuellen Rückfalls. Erst nach meinem Krankenhaus-Aufenthaltes, auf der Rückfahrt vom Krankenhaus, in einer Raststätte brachten es meine Eltern mir schonend bei. Bei meiner Rückkehr warteten schon einige Freunde um den Vorfall zu besprechen, aber auch um es zu verarbeiten.  

Der Übergang zum Jugendlichen

Mit diesem Schock gingen wir in´s letzte Schuljahr. die sogenannte Klasse 9s, was das s bedeutete. weis ich bis heute nicht. wir haben daraus einfach super gemacht, passte ja auch zu uns. Für mich bestand das letzte Schuljahr aus Lernen, gerade soviel das ich einen vernünftigen Abschluss bekam, natürlich Sport, die Hauptsache, Arbeiten, im elterlichen Gastronomie-Betrieb und den ersten Techtelmechtel mit dem anderen Geschlecht.
In der Schule kam ich mit dem geringsten Aufwand zu einem erträglichen Ergebnis. Mein Ehrgeiz diesbezüglich sollte erst 10 Jahre später erwachen. Zu dieser Zeit waren mir der Sport, das Feiern und die Mädels wichtiger. Im Sport hatte ich wohl die erfolgreichste Zeit im letzten Schuljahr und dem darauffolgenden Jahr, die Erfolge erwähnte ich bereits.  Beim Arbeiten wurde ich jetzt immer mehr zum Alleindienst eingesetzt. Das hieß, das es immer mehr Reservierungen gab als mein Vater angekündigt hatte. Da hat die Kegelbahn doch gegessen, obwohl die nie Essen, dann kamen regelmäßig Vorstands- und andere Sitzungen dazu. In der Schule und von meiner Mutter hatte ich ja schon an der Küche schnüffeln dürfen, sodass Kotelette, Schnitzel, Curry- und Bratwurst sowie Kartoffelsalat und Pommes mich nicht vor größeren Problemen stellte. Auch die Koordination Zwischen Küche und Kneipe klappte ziemlich schnell, musste ja, ich war ja eh allein, sauer war ich trotzdem einige Male, mein Vater hätte es ja nur in den Kalender eintragen müssen. Tja, und die Techtelmechtel, da gab´s auch genug von. Sei´s in der Scheune mit dem Nachbarsmädchen, nach einer Klassenfahrt im Clubzimmer des Cafe Willers in Sage, wo wir einen gebührenden Abschluss feierten, zwar nicht ohne Alkohol aber auch nicht viel, nur´n paar Bier. Und dann unsere Schul-Abschlussfeier, übrigens ohne irgendwelche groben Streiche aber mit einem Theaterspiel, seitdem möchte ich immer mal wie der Theater spielen, aber auf diese Bühne habe ich es in den folgenden 50 Jahre bis heute nicht geschafft. Und beim abschließenden Abbau blieb ich mit dem  Mädel meiner allein da, war ja kein Problem, ich hatte ja den Schlüssel.
Dann kam die einjährige private Handelsschule Neumann. Nachdem ich die Prüfung zur staatlichen Handelsschule nicht bestanden habe, übrigens mit einem Erklärungs-Schreiben des Direktors, das in den letzten Jahren keiner mit meinem Notenschnitt abgesagt werden musste, half mir auch nichts. Hätte ich mich vielleicht doch mehr auf den Hosenboden setzen sollen?  Aber auch hier ließen wir uns nicht den Spaß nehmen. Wir, das waren mein Kumpel Eckard und ich, wir schlossen uns schon nach einigen Wochen zusammen, lernten zusammen, wenn´s denn nötig war, schwänzten zusammen und hatten auch gleich zwei Mädel´s auserkoren mit denen wir gut zurecht kamen. Den Rosenmontag des Jahres feierten wir zusammen in der Wohnung der Einen, die sturmfrei war, jedes Paar in einem Zimmer und im Fernsehen liefen die Rosenmontags-Umzüge, von denen wir nicht ganz viel gesehen haben. Meine schulischen Leistungen schlossen sich denen in der Hauptschule nahtlos an, immer genug für einen vernünftigen Notenspiegel, damit wir uns das Schwänzen auch leisten konnten. Ihr könnt euch sicherlich denken das auch hier mir der Sport, die 
Mädels und das Feiern wichtiger waren. 

Endlich ein Jugendlicher!


Nun hatte die Herrlichkeit des großen Kindes ein Ende. Der wirklich harte Weg in´s Berufsleben stand bevor. Das es so hart werden würde hatte ich mir in den negativsten Träumen nicht vorstellen können. Es ging in die Koch-Ausbildung, damals noch Lehre, in´s Hotel Deeken in Cloppenburg. Dort führte Frau Hella Deeken, die Chefin, ihr Regime mit sehr harter Hand und noch härterem Mundwerk, so das ich oftmals mit Tränen in den Augen zur Arbeit ging. Auch mit dem Sport war es zu Ende, da ich ja maximal alle 6 Wochen einen freien Sonntag hatte, dafür war der Samstag der Ruhetag und wir hatten frei. Diese Samstage genoss ich dann wie vorher das ganze Wochenende, leider ohne Fuß- Faustball und Badminton, aber das Feiern war gegeben. 
An manchen Sonntag wurde ich nicht mit Guten Morgen oder Moin begrüßt sondern mit Halt die Fr......, Bernd. Das hatte natürlich einen Grund. Frau Deeken hatte damals schon ein Gerät das man heute als Babyfon bezeichnet. Da wir ja die Nacht gefeiert hatten hatte meine Stimme eine noch raueres und tieferes Organ als normal. Da sie auch einen Kater hatte und durch meine Stimme geweckt wurde, war sie natürlich sauer. Von diesen Erlebnissen gab es eine Menge. Als ich dann meine Eltern überzeugt hatte, was anderes zu suchen,
war sie lammfromm und ich war der liebste Junge in der Küche. Also ging es weiter, nach einigen Tagen übrigens genauso wie immer. Aber auch diese harten Jahre gingen vorbei. Das war der nächste Knacks für meine Psyche, aber ich dachte ja, das muss so sein, was uns nicht umbringt macht uns nur härter, leider bei mir nicht, wie sich später noch ergeben wird.
Danach hab ich dann einige Wochen im elterlichen Betrieb, mit meiner Mutter gekocht, wir haben viel von einander gelernt und für mich war das die reine Erholung von meiner Lehrzeit, und Fußball spielen konnte ich auch wieder. Danach wurde ich Koch im Kaufhaus Hertie in Oldenburg. Da gab´s nur Tagesschichten und ich konnte weiterhin abends zuhause arbeiten und meinem Sport weiter frönen. Ich war dort kein guter Koch und wurde oftmals straf-versetzt in Kantine und Cafeteria, mir war alles wichtiger als das Kochen. In diese Zeit viel auch mein größter bewusster Fehler meinen Eltern gegenüber. Ich zog aus, das war nicht der Fehler. Wir suchten eine Wohnung, meine damalige Freundin und ich, fanden eine und ich hab klammheimlich meine Koffer gepackt und war weg. Während ich diese Zeilen schreibe habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen. Meine Eltern haben mir nie einen Vorwurf gemacht und ich habe abends einfach weiter gearbeitet.
Als dann die Beziehung endete, zum 1. Mal, zog ich einfach wieder zuhause ein und alles nahm wieder seinen alten Gang, was hieß, tagsüber bei Hertie und abends zuhause arbeiten und am Wochenende Fußball spielen und feiern, also immer noch Sohn, das blieb auch noch einige Jahre so.
Bei Hertie hatte ich einen Köllegen der sich bei der Hotelfachschule Hannover beworben hatte und nach 2 Jahren Wahrtezeit angenommen wurde. Also bewarb ich mich auch, im Februar 1978 und bekam schon Ostern die Zusage, ab August nach Hannover zu kommen. Monate später, als wir bei einer Feier mit dem Direktor zusammen saßen, sprachen wir über die Wartezeiten und ich erzählte meine Geschichte. Meine Kollegen guckten verdattert und der Direktor fing laut an zu lachen und erklärte kurze Zeit später, "jetzt wisse er auch das er die Bewerbung auf den falschen Stapel gelegt habe". Während der Sondierung der Bewerbungen bekam er ein Anruf, das Telefonat dauerte länger und er war sich unschlüssig, wohin mit mir. Um niemanden zu benachteiligen legte er meine Bewerbung zum Stapel "Angenommen".
So kam ich in die wahrscheinlich beste Truppe die diese Schule je gesehen hatte.
Wir waren von Anfang an ein verschworener Haufen, es passte einfach. Es begann mit dem gemeinsamen Mittagessen im Imbiss oder einer Kantine, zum gemeinsamen lernen und Hausaufgaben machen, bis zu abentlichen/nächtlichen Aktivitäten. Wir machten nicht nur einen einwöchigen Schulausflug, sondern derer gleich drei, und weil es uns in Bamberg so gut gefiehl fuhren wir noch zweimal hin. Tagsüber gab es kulturelle Aktivitäten und nach dem Abendessen mit anschließendem Umtrunk noch die allseits gern besuchte Bettenpartie. Wohlgemerkt, alles fand inklusive unserer Vertrauenslehrer Herbert Bornschein und "Emil" Petersen statt. Es war einfach fantastisch und..... es gibt Beweise: Fotos von allen kulturellen und "sozialen" Aktionen, sogar ein Protokoll. 

Zufrieden und glücklich in Familie und Beruf

Nachdem ich das Studium an der Hotelfachschule mit einem Notenschnitt von knapp 3, was ich während meiner Zeit nie erhofft hatte, abgeschlossen hatte, machte ich erstmal Urlaub. Da ich davon ausging kurzfristig einen Job zu bekommen machte ich mir keine Gedanken, schliesslich waren im Juni/Juli 2080, bei einer Bewerbungsphase, einige Unternehmen an mich interessiert, es kam anders und ich bakam erst im Oktober eine Stelle als Direktionsassistent in Trier.  In der Europahalle und dem Europaparkhotel war ich mit 2 Kollegen für alle Veranstaltungen und das Restaurant verantwortlich. Im ersten Jahr brachten mir meine beiden Kollegen, Hubert Resch und Hans-Georg Peters alles wissenwärtes und noch viel mehr bei, obwohl mein damaliger Chef mit dem Gedanken spielte mich während der Probezeit zu entlassen, konnte ich allen Anforderungen genüge tun und durfte bleiben.
Nach einem Jahr verliessen meine Kollegen mich und ich war, ohne es recht zu wissen, Herr im Ring. Ich bekam neue Kollegen, die ich wiederum einarbeitete, einige wechselten ständig, aber einer blieb, Michael Jajawera ein Sri Lankanese, wir verstanden uns von Anfang an gut und arbeiteten sehr gut zusammen. Bis dann der Österreicher Manfred Göres kam und wir vollständig waren. Wir haben einen Oberkellner ernannt und mit Harry Berneker, einen tollen Küchenchaf, kein typischer Küchenbulle, ein tolles Team hatten. Da wir jetzt einen fachlich guten und zuverlässigen Oberkellnerr hatten konnten wir uns um die Veranstaltungen kümmern, hier kamen immer mehr Ausser-Haus-Veranstaltungen dazu, unter anderem eine Nobel-Hochzeit in der besten Gegend Triers, wo wir das ganze Equikment fuhrenweise mit einem LKW zum Veranstaltungort brachten und sogar den Swimmingpool überdachten um eine Tanzfläche zu haben. Die Verpflichtung eines LKW-Unternehmen war damals üblich weil wir sehr viele Großveranstaltungen in Gärten, Hallen und anderen Gebäuden hatten. Aber auch im Haus wurden es immer mehr Veranstaltungen, große Vereinsbälle, Konzerte (Udo Jürgens, Otto Waalkes, Udo Lindenberg), Messen, den Deutschen Bauerntag, die Jahres-Veranstaltung des ADAC, Deutscher Äztetag, 7 Tage Karneval und ganz viele mehr.