Das "Buch"

Von der Geburt bis zur Jugendreife
Das kürzeste Kapitel


 
Geboren bin ich am 4. März 1956 als Fünfwochen-Sonntagskind, 
5 Wochen, weil meine Eltern gerade 5 Wochen vorher geheiratet hatten und ein Sonntagskind war ich einige Zeiten meines Lebens wahrlich nicht, aber dazu später mehr. Ich schwebte gut umsorgt und versorgt erinnerungslos durch die ersten Jahre meines Lebens. Die Erinnerung setzt am Himmelsfahrtstag 1961 ein. Mein Opa auch Bernhard mit Vorname war plötzlich verschwunden. Mit meiner Tante Irmgard begann für mich die Suche mit dem Auto den Hagel hoch. Als wir zurück waren hieß es wir haben ihn gefunden er ist verstorben. Erst Jahre später erfuhr ich das er Selbstmord auf dem Mehlboden begangen hatte und noch viele Jahre später, gerade heute vor einigen Jahren erfuhr ich dann warum, er hatte wie man heute sagt psychische Probleme speziell Ängste unter anderem vor Krebs. Damals hatten wir noch einen gut laufenden landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinen, Kühen und Ackerbau, die Gastronomie war damals noch nicht die Haupteinnahme-Quelle, was sich aber in den nächsten 12 Jahren ändern sollte  
Seit ich denken kann wurde ich gehänselt, zuerst weil ich sehr langsam sprach, naaahhh Beerrhaard, und später dann wegen meiner angeborenen Trichterbrust, eine Verformung der Rippen die nach innen wuchsen, die später dann operativ entfernt wurde. Nur unser Nachbarsohn Kurt Mainers, 10 Jahre älter nahm sich meiner an, wahrscheinlich weil ich ihm ewig nachlief. Highlights meiner Kindheit waren die Besuche im Weserstadion wo mein Vater und seine Freunde mich einschmuggelten, es gab zu der Zeit nur lange Holzbänke im Weserstadion. Dort sah ich berühmte Fußballer wie Uwe Seeler, Max Lorenz und andere Fußballer auf der Tribüne. 
Früh machten meine Schwester Birgit und ich den Freischwimmer, da durften wir mit 6 Jahren schon allein mit dem Zug nach Oldenburg fahren. Für meine Schwester war ich immer zu brav und artig, „Daas düürfeen wiir niicht Birgit“ war ein viel gebrauchter Satz von mir zu dieser Zeit.
Was auch nicht verwunderlich war denn einmal alleine wagte ich einen Baum zu erklettern, wenn Feuerwehrmann Günter Riggelsen, der im Feuerwehrhaus wohnte, mich nicht gehört hätte säße ich heute noch im Baum, wie Birgit heute noch behauptet. Nach diesem Erlebnis war natürlich keine Mutprobe oder anderer Blödsinn mit mir zu machen. 
Mittlerweile waren zwei weitere Geschwister geboren, Ralf und Britta, die den Genuss der späten Geburt voll ausnutzen und erleben durften. 
Mittlerweile in die Schule gekommen, ging es mit der Hänselei natürlich weiter, sollte ich mal kontern saß es Fußtritte oder andere Züchtigungen. Aber auch außerhalb der Schule passierten einige Dinge sollte ich mal den Ansatz einer Frechheit wagen. So warf der einbeinig aus dem Krieg gekommene Otto Kumm mal seinen Krückstock nach mir, zum Glück traf er nicht war aber so vergrellt, das ich knapp vor seinem Moped fliehen konnte.
Ziemlich frühzeitig bekamen wir in Großenkneten ein Dorfgemeinschaftshaus mit einem Tischtennis und Spielkeller. Auch hier wagte ich zur Überraschung der Anderen mal einen kessen Spruch gegenüber dem Hausmeister, der gleich meine Eltern aufsuchte die aber, wie ich glaube, dachten „endlich mal“ dies aber natürlich gegenüber dem Hausmeister nicht zeigen durften. Sodas es hier keine Strafe gab. Aber auch bei anderen Delikten waren meine Eltern sehr human und sehr verständlich. Ich kann mich nur an eine Tracht Prügel erinnern, wobei ich noch den Vorteil gegenüber meiner Schwester hatte, die damals bundesweit moderne Lederhose, so waren die Schläge bei mir doch ziemlich gedämmt und wir anschließend alle lachen mussten. Aber auch was das soziale Umfeld, den Ausdruck gab es mit Sicherheit damals noch nicht, angeht waren wir damals sehr verwöhnt. Wir mussten nicht, wie andere Alterskollegen, auf dem Hof arbeiten, wir hatten immer satt zu essen und oft sogar schon damals a la carte, aber immer Fleisch, was so damals noch nicht üblich war. Durch die Familienfeiern, die damals in unserer Gastronomie statt fanden und die Tatsache auch noch einen Bauernhof zu haben, ging es uns immer gut.

Auch in den Urlaub fuhren wir schon, nur die Familie eines Klassenkameraden fuhr damals auch in den Urlaub als einzige in unserem Jahrgang. So kannten wir schon in jungen Jahren die Alpen die Nord- und die Ostsee, auch im Harz waren wir.
1967 starb mein 2. Opa, schwerkrank musste er den Kampf gegen den Krebs aufgeben. Die Beerdigung fand auf dem Hof statt, ich sehe heute noch die voll besetzte Diele wo die  Menschen auf Stühlen aus Großenkneten saßen die wir tagsüber nach Sage brachten. Die Fußballweltmeisterschaft 1966 ist das erste telegene Großereigniss welches ich heute noch im Kopf habe, dies Ereignis hat mich dermaßen gefässelt das ich heute noch die Mannschaftsaufstellungen der Deutschen runterbeten kann, aber auch andere Spieler aus anderen Mannschaften sind mir heute noch geläufig. Der Sport war für mich wie ein Lebenselixier, nicht nur im Fernsehen wo die Vierschanzen-Tournee und auch die Olympischen Spiele ein Muss für mich waren, sondern trieb ich selbst auch sehr viel Sport. Angefangen  mit Turnen und Ringen, ging es dann schon frühzeitig zum Fußball, auch Badminton und Faustball habe ich gespielt. Alles begann mit dem Turnen. Fußball gab es damals nur für die A-Jugendlichen und Herren, so turnten wir bei Dieter Menkens dazu gehörte auch das Laufen, mein erster Start war bei einem Waldlauf in Ostrittrum. Mein Eindruck ist heute noch das ich nicht nur zu langsam war sondern meine Ausdauer reichte auch nicht. So kam ich abgeschlagen als letzter ins Ziel, meinem Nach Läufer Fidi Oltmann konnte ich nur noch zurufen das er nicht zu schnell anlaufen sollte, aber er war von anderem Kaliber und hielt gut durch. Ich brach dann zusammen und konnte nicht mehr, wofür sich meine anwesenden Eltern wohl schämten, kein Wunder bei den eigenen Erfolgen. Der Schulsport war natürlich auch mein Ding hier kam dann noch Volleyball, als Faustballer war man hier klar im Vorteil, Handball und die Leichtathletik dazu. Mittel- und Langstrecken waren für mich fortan ein Tabu im Wettkampfsport nur zum Joggen lief ich noch und das ab meinem 20. Lebensjahr bis heute. Bin aber nie über eine Strecke von 5 km hinaus gekommen obwohl ich teilweise bis zu 7mal in der Woche lief. Dieses joggen hatte schon für mich in den 70’er und 80’er Jahren die gleichen positiven Effekte wie heute, obwohl ich oftmals überzogen habe ging es mir spätestens unter der dem Lauf folgenden Dusche sehr gut. Der zweite und letzte Auftritt meiner Eltern bei sportlichen Wettkämpfen an dem Ihr ältester Sohn teilnahm war dann einige Jahre später bei der Döhler Sportwoche als ich gerade mit einem Mädchen anbendelte, sie gingen grußlos an mir vorbei. Obwohl wir uns dann doch noch unterhielten gingen sie ohne ein Faustballspiel von mir gesehen zu haben. 
 

 Ein tolles Erlebnis hatten wir bei einem Schulvolleyball-Turnier. Wir (ich) hatten unseren Lehrer Hans Kröger, überredet uns in Ganderkesee anzumelden. Seinen Einwand, wir wüssten ja gar nicht was das ist, konnte ich mit den Worten, ist doch wie Faustball, wir dürfen nur nicht den Ball auf den Boden lassen und das Netz ist auch nicht höher als die Leine, widersprechen. Das mit dem Netz stimmte nicht aber wir waren alles lange oder sprungbegabte Jungen. Wir durften 3 Wochen fast jeden Nachmittag alleine in der Halle trainieren, Herr Kröger kam nur um uns zu kontrollieren, was er damit begründete uns ja doch noch etwas zeigen zu können, was natürlich stimmte. Der Tag des Turnieres kam und wir verloren den ersten Satz fast zu null, den zweiten konnten wir dann schon wenn auch ganz knapp, heute würde man sagen im Tiebreak, für uns entscheiden. Im dritten ging es dann hoch her und wir verloren wieder im Tiebreak nämlich nur ganz knapp. Nun war es vorbei mit dem Verlieren alle anderen Mannschaften konnten wir ohne Satzverlust schlagen. Da das Turnier in der Form, jeder gegen jeden, ausgetragen wurde, kam es leider nicht mehr zum Endspiel mit unserem ersten Gegner der auch alles gewonnen hatte und nur gegen uns einen Satz verloren hatten, Auch zu einem abschließendem Freundschaftsspiel ließen sie sich nicht überzeugen, wer weiß warum. Die Rückfahrt erlebten wir im Kofferraum des Ford Capri unseres Lehrers, sitzend mit den Beinen nach draußen, eine Situation die mir später von jüngeren Schulkollegen nie geglaubt wurde, da sich das Verhalten des Lehrers aufgrund des Fehlverhaltens der nach uns folgenden Schüler grundlegend geändert hatte 

 

Von der Geburt bis zur Jugendreife, Teil zwei.
Das Kapitel dauert doch wohl länger.


Es war wohl die schönste und erfolgreichste Zeit in meinem Sportler-Leben. Es gab Sonntage an denen spielte ich früh morgens Fußball, dann die Punktspiele im Badminton und am Nachmittag dann noch im Faustball die Final- und Endspiele. Obwohl ich nie die Klasse meines damaligen Vorbildes, Kurt Meines, erreichte, konnte ich aber in der Vielzahl meiner Sportarten zu ihm aufschließen  vielleicht auch ihn überholen. Diese Sonntage waren eher die Ausnahme da wir im Faustball und Badminton selten im Landkreis Oldenburg unterwegs waren und hier auf Bezirks. und Landesebene spielten. 

In Emden wurde ich dann mit meiner damaligen Spiel-Partnerin, Karin Grüner, Bezirksmeister, der erste der nicht aus der Stadt Oldenburg kam. Auf der Rückfahrt, wieder im Capri unseres Lehrers, Hans Kröger, der auch unser Badminton-Trainer war, durften wir dann nicht im Kofferraum sitzen, die Fahrt war dann doch zu lange.

Im gleichen Jahr wurden wir auch Niedersachsen-Meister im Faustball und im Fußball B-Liga Kreismeister. In der A-Jugend durfte ich als B-Jugendlicher mitspielen weil sie einen kleinen Kader hatten und oft zu wenig Spieler waren, meistens im Tor, weil Udo unzuverlässig war, aber auch oftmals als Feld-Spieler. Dazu gehörte aber auch das der Schiedsrichter mit spielte, entweder kannten wir ihn oder unser Nachbar Friedel Wintermann sprang ein weil kein Schiedsrichter angereist war. Dann klappte es sowieso.    

Bei der im nächsten Jahr folgenden Ehrung der besten Sportler des Landkreises, da waren wir zu der Zeit Stammgäste, im Saal meines Elternhauses, wurde ich dann 3 mal auf die Bühne gerufen. Gemeinsam mit meinen Mannschafts-Kollegen nahmen wir die Ehrungen entgegen. Für den Landes-Meistertitel gab es die silberne Ehrennadel. Für die beiden anderen Sportarten gab es schöne Präsente. 
Das ging ja gut los in meinem Leben, erst die Hänseleien und dann die fehlende Anerkennung, das wurde mir später zum Verhängnis, damals habe ich es überspielt, sie mussten ja arbeiten und ich war stolz und froh. 

In`s Arbeitsleben stieg ich mit 13 Jahren ein, ich über nahm beim "Vorne Aufpassen" die Nachmittagsschicht, teilweise. Das hieß, ich bediente die Gäste am Nachmittag mit Getränken, Vorne hieß Gastraum und aufpassen das die Gäste nicht zu lange warten mussten.  Ich durfte arbeiten, ja ich hab es immer gerne gemacht, es war Verantwortung die ich tragen durfte, nur selten musste ich arbeiten, das war dann wenn auf dem Sportplatz, hinterm Haus, Fußball gespielt wurde oder ich etwas anderes vorhatte.
Damals begab es sich, das 3 Landwirte am Tresen saßen und sich Korn und Bier gönnten, weil es draußen stark regnete. Es waren, nennen wir sie Paul, Otto und Heinz die mich teilweise am Gespräch teil haben ließen. Ich aber redete Paul mit Heinz an und Heinz mit Otto usw. Sie ließen es sich nicht anmerken und erzählten es meinem Vater beim "Schichtwechsel". Die Strafe nützte meinem Namensgedächtnis gar nichts, ich habe immer noch ein schlechtes Namensgedächtnis. Kann aber seit Jahrzehnten damit gut leben, es gibt immer Umwege. 
Zu dieser Zeit entwickelte sich mein Körper ziemlich schnell. War ich gerade noch einer der Kleineren gewesen schoss ich jetzt auf 1,92 Meter bei 75 Kilogramm. man musste mir schon von vorne entgegentreten, den seitlich wurde ich kaum war genommen. Der berühmte Strich in der Landschaft. Auch mein Sprechen änderte sich. Hatte ich vor kurzem noch langsam gesprochen und gestottert, konnte ich jetzt flott und frei reden und mich gut ausdrücken. Das machte sich auch direkt im Klassenverband bemerkbar. Sofort wurde ich Klassensprecher und kurze Zeit später auch Schulsprecher. Die Spötter und Nerver, wo waren sie plötzlich, ich habe sie tatsächlich abgeschüttelt.