Großenkneten von 
Anfang an...

...vor 5500 Jahren, wirklich, es gibt Zeugen.
Freue dich auf gelebte Geschichte, ohne Langeweile.

At de Luer no Kneten kämen!

Bereits vor 7000 Jahren wurden in unserer Heimat Menschen nachgewiesen. Es waren die Rentier-Jäger die sich in der Glaner Heide zwischen Wildeshausen und Gut Moorbeck zum Austausch und Handel trafen. Unser Bild oben in der Mitte zeigt wie es damals ausgesehen haben könnte. Die Menschen zu dieser Zeit waren Nomaden, die ihre Zelte dort aufstellten wo sie Nahrung fanden. Einige Zeit später machten diese Menschen sich dann sesshaft, bauten feste Häuser, domestizierten das Vieh und kultivierten den Boden, d.h. sie sperrten das Vieh ein und rodeten Wälder für Weiden und Getreide-Anbau. So wie es auf dem Bild oben rechts zu sehen ist.
Im Hintergrund der noch zu rodende Wald, auch Allmende genannt, das bedeutet zur allgemeinen Verfügung. Dann das im Gatter gehaltenen Vieh und davor das angesäte Korn. In der Mitte dreht sich ein Schwein am Spies, eine Frau beaufsichtigt ihr Kind und vorne eine Frau beim Korn malen und in der Mitte das fest gebaute Haus.
Bei uns, so denke ich, siedelten die Menschen sich vor 5500 Jahren an. Als Beweis gelten hier die Hünengräber von denen wir ja in der Tat genug haben. Auch in Großenkneten waren nachweislich mindestens 2 davon. Eins stand auf dem heutigen Wendt-Hof das andere am Langenthunesch, heute Hageler Straße direkt nach der Feuerwehr und dem ehemaligen Schürmann-Hof. Da auch das Fundament der Kneter Kirche aus Findlingen besteht ist es sehr wahrscheinlich das auch hier ein Hünengrab stand. Das bedeutet das wir schon seit 5500 Jahren unseren Göttern an gleicher Stelle huldigen. Da in den Gräbern Grabbeilagen aus Eisen-, Bronzezeit bis zur Antike gefunden wurden liegt es nah das hier dauerhaft gesiedelt wurde. Das Foto unten zeigt ein rekonstruiertes Hünengrab bei den Kleinenkneter Steinen, ein Besuch ist sehr zu empfehlen, da hier nicht nur Findlinge im Oval liegen wie bei den Visbeker Steinen, hier kann man auch die Grabkammer betreten. Da unsere Vorfahren in Bronze- und Steinzeit vornehmlich an Flüssen siedelten ist im heutigen Bürgerpark die Geburtsstunde Großenknetens zu finden. Tja, bis weit in's 20. Jahrhundert waren Bäke, die vom Hagel in den heutigen Bürgerpark fließt, und die Riede, die vom Greve kommend in den Bürgerpark fließt, kleine Flüsse. Das Wasser der Flüsse wurde als Nahrung (Fische) Getränk, zum bewässern der Böden und zur Reinigung genutzt, auch war rund um die Flüsse der fruchtbarste Boden in den man Einkorn und Co, sowie die ersten Kohlsorten anbaute. Kartoffeln gab's ja noch nicht, sie wurden ja erst, gemeinsam mit anderen Lebensmittel aus den neuen Ländern Amerikas, von Kolumbus importiert.


Unten, ein wieder erstelltes Hünengrab bei den Kleinenkneter Steinen, nahe dem Pestruper Gräberfeld. Ein Besuch ist sehr empfehlenswert, dann begreift man auch die Ansammlung von Steinen der Visbeker Braut und Bräutigam. Darunter eine Skizze vom Bau der Hünengräber, muß ganz schön anstrengend gewesen sein!  


Us Kargen

Bereits im 8 Jahrhundert wurde Großenkneten schriftlich erwähnt, es hieß damals Gnattum. Das war zu der Zeit als die Christianisierung durch Castus von Visbek nach Kneten kam. es wurde eine Kapelle von 7x7 Meter gebaut, die an der Ostseite der heutigen Kirche stand. Der heutigen Kirche sieht man ihr hohes Alter, leider, nicht an. Denn um 1025 wurde schon ein Langhaus an die Kapelle gebaut. Jetzt hatte unsere Kirche die Ausmaße von 9,6 x 13,9 Meter, war also bei 4,4 Meter Höher gute 110 Quadratmeter groß. Davor stand im Osten noch dia alte Urkapelle als Chor (Altarraum) und im Westen ein Turm mit den Grundmassen von 5x5 Metern, sie wahr also jetzt über 25 Meter lang. Von der Oldenburger Lambertikirche standen zu dem Zeitpunkt noch nicht mal die Grundmauern, hier war Castus wohl nicht tätig. In Oldenburg stand zu dem Zeitpunkt eine kleine -Kirche in der Kirchenstraße nahe der Bergstraße und die Oldenburger gingen zu den Haupt-Gottesdiensten nach Wiefelstede, ja sie gingen denn Kutschen hatte nur die Oberschicht. Die Wiefelsteder Kirche ist damit älter als unsere, andere ältere Kirchen hab ich bei uns noch nicht gefunden, aber ich arbeite dran.

Weiter geht´s mit unserer Kirche, die eine Baustelle durch die Jahrhunderte war. Bereits um 1300 ging es weiter, das Chor, die Urkapelle und der Turm wurden abgerissen und die Kirche nach Osten und Westen verlängert. Als Decke wurden 4 Kreuzrippen-Gewölbe eingebaut, das wurde dem Pastor später zum Verhängnis, aber darüber später mehr. Schon im 15. Jahrhundert, so um 1450 ging es weiter, jetzt wurde die Sakristei im Süden angebaut. Da keine Findlinge, ihr wisst, die Steine die wir in der Eiszeit aus Skandinavien exportierten, vorhanden waren wurde hier mit Backsteinen gebaut. Es entstanden Spätgotische Fenster und ein Kreuzrippen-Gewölbe dessen Rippen sich in einen Scheitelring vereinen. Weil im Norden später ein Klinkerbau angebaut wurde nahm lange Zeit an das unsere Kirche eine Kreuzkirche war, dem war aber nicht so. Der Anbau war als Eingang, hauptsächlich für den Pastor gedacht da die Altarkanzel im Norden stand und er somit einen separaten Eingang und eine Rückzugsraum hatte. Wir dürfen nicht denken das die Anbauten auf übermäßigen Reichtum oder sogar auf Größenwahn zurück zu führen sind, nein, unsere Kirche wurde alle 150-200 Jahre zu klein...

wieter...

Die Zeichnung oben diente als Vorlage für den Umbau anfangs des 19. Jahrhunderts. 
Und nun, kam der Revolutionär Martin Luther. Ja, ich glaube schon das er ein Revolutionär war, denn sogar Kriege wurden deswegen geführt, sogenannte Glaubenskriege, aber waren (sind) nicht alle Kriege Glaubenskriege?? Es war ganz schön was los im 16./17. Jahrhundert, der negative Höhepunkt war dann der 30-jährige Krieg. Auch bei uns ging es hin und her, 5 mal wechselte die Konfession in 150 Jahren, weil jeweils der Landesfürst sie bestimmte, erst um 1835 kamen wir endgültig zum Herzogtum Oldenburg, das seit Graf Anton-Günter  und vorher durch Graf Johann evangelisch war. Natürlich wurde auch in dieser Zeit die Kirche mal wieder zu klein. Aber jetz wurde sie nicht äußerlich vergrößert, man zog Priechen in die Kirche ein. Priechen sind ca. 2,20 Meter hohe Emporen die nach und nach rundum in der Kirche gebaut wurden. Bis 1788 stand der Altar im Osten, also daort wo er heute auch steht, dann wurde eine Altarkanzel gebaut die im Norden auf gestellt wurde, natürlich auch aus Platzmangel. Altar und Kanzel  waren jetzt eins und nahmen nicht mehr soviel Platz weg, desweiteren wurden jetzt im ehemaligen Chor auch Priechen gebaut. Das war wohl die gläubigste Zeit der Kneter, ich schätze mal das damals bis zu 1200 Menschen in der Kirche waren. Weiter ging es mit dem Bauen. Die Fenster wurden vergrößert und die Wände geweißt, damit die Kirche heller war. Jetzt hatten alle Kirchenbesucher freien Blick auf die Altarkanzel. Alle? Durch die 4 Kreuzrippen-Gewölbe hatten die Priechen-Besucher wegen der Gurtbögen keine Sicht auf die Kanzel. Das hatte zur Folge, das die Priechen-Besucher während der, mit Sicherheit nicht kurzen, 1,5-2 Std., Prädigt. sich über Geschäfte, Familienangelegenheiten und Tagestratsch unterhielten, was natürlich den Ablauf des Gottesdienstes störte. Wie in der Schule...der Lehrer dreht sich um und schon geht´s los.  Dies wurde 1819-1821 natürlich mit einem weiteren Um- und Anbau verändert. Langhaus und Chor wurden um 4 Meter verbreitert und mit einen Tonnengewölbe bedeckt, somit waren die heutigen Ausmaße unserer Marienkirche erreicht. Es wurden neue Priechen eingebaut, aber die Sakristei wurde verschlossen und diente als Abstellraum, Beichtzimmer und Aufgang zur Kanzel, die jetzt vor der Wand zwischen Sakristei und Langhaus stand, natürlich immer noch als Altarkanzel. Im gleichen Jahrhundert, 1873, wurde der mehrmals renovierte hölzerne Glockenturm abgerissen und durch den heutigen